Präsenz- und Tageslichtsteuerung der Beleuchtung
Beleuchtung schaltet/dimmt automatisch nach Anwesenheit und Tageslichteinfall.
Wie funktioniert Präsenz- und Tageslichtsteuerung?
Eine Lichtsteuerung schaltet und dimmt die Beleuchtung automatisch nach zwei Größen: Anwesenheit und Tageslicht. Präsenzmelder erfassen, ob sich Personen im Raum befinden, und schalten die Beleuchtung in ungenutzten Räumen nach einer Nachlaufzeit ab. Die Tageslicht- oder Konstantlichtregelung misst mit einem Helligkeitssensor das vorhandene Licht und dimmt die Leuchten so weit herunter, dass am Arbeitsplatz genau der Sollwert erreicht wird, etwa 500 Lux nach EN 12464-1. Fällt viel Tageslicht ein, laufen die fensternahen Leuchten nur mit einem Bruchteil ihrer Leistung. Technisch wird das über digitale Schnittstellen wie DALI (Digital Addressable Lighting Interface) umgesetzt, bei dem jede Leuchte einzeln adressierbar ist, oder funkbasiert über EnOcean. Beide Sensoren lassen sich in einem Gerät kombinieren und in die Gebäudeautomation einbinden.
Für welche Gebäude lohnt sich eine Lichtsteuerung?
Voraussetzung sind DALI- oder EnOcean-kompatible Leuchten oder nachrüstbare Aktoren; bei einer LED-Umrüstung sollten deshalb von vornherein dimmbare Leuchten gewählt werden. Typische Objekte sind Büros, Schulen, Tiefgaragen, Lager und Verkehrsbereiche wie Flure und Stiegenhäuser, also Räume mit wechselnder Belegung oder viel Tageslicht. Nicht geeignet sind Funktionsräume mit konstantem Beleuchtungsbedarf, etwa Operationssäle. Die Einsparfaktoren nach EN 15193 liegen für Büros bei 0,3 bis 0,5, für Lager bei 0,5 bis 0,7 und für Klassenzimmer bei 0,2 bis 0,35.
Was bringt Präsenz- und Tageslichtsteuerung konkret?
Die Steuerung spart 30 bis 60 % des Beleuchtungsstroms, und zwar zusätzlich zur LED-Umrüstung. In Büros sind gegenüber manuell geschalteter LED-Beleuchtung 30 bis 50 % realistisch, in Lagern und Tiefgaragen bis zu 70 %. Ein Bürogebäude mit 32.000 kWh/a Beleuchtungsstrom spart mit dem Standardfaktor 0,4 rund 12.800 kWh/a und 2,0 t CO2/a. Die Kosten liegen bei 100 bis 300 € pro Sensor zuzüglich Programmierung; ein Komplettsystem kostet 15 bis 30 €/m². Die Amortisation beträgt 3 bis 7 Jahre bei 15 Jahren Nutzungsdauer. Als Nebeneffekt steigt der Komfort, weil Helligkeit und Schaltzustand nicht mehr von der Aufmerksamkeit der Nutzer abhängen.
Energieträger
Strom → Strom
Einsparpotenzial
30-60 % Beleuchtungsstrom (zusätzlich zu LED)
Rechenbeispiel
Ein Bürogebäude hat seine Beleuchtung bereits auf LED umgerüstet, die Leuchten werden aber weiterhin manuell über Wandschalter bedient. Der Beleuchtungsstrom beträgt 32.000 kWh/a, weil Räume oft bei voller Leistung beleuchtet bleiben, obwohl Tageslicht ausreicht oder niemand anwesend ist. Der Betreiber rüstet DALI-Präsenzmelder mit integriertem Helligkeitssensor nach und stellt eine Konstantlichtregelung auf 500 Lux am Arbeitsplatz ein. Für ein Büro wird nach EN 15193 der Einsparfaktor 0,4 angesetzt, in der Mitte der Bandbreite von 0,3 bis 0,5. Die Rechnung lautet: 32.000 × 0,4 = 12.800 kWh/a. Der Beleuchtungsstrom sinkt damit um rund 12.800 kWh/a, was bei 0,156 kg CO2/kWh etwa 2,0 t CO2 pro Jahr vermeidet. Die Einsparung kommt zur bereits erzielten LED-Einsparung hinzu.
Investition & Amortisation
100-300 €/Sensor + Programmierung; Komplettsystem 15-30 €/m² · Nutzungsdauer: 15 a · Amortisation: 3-7 a
Anwendbarkeit
Voraussetzungen
- DALI-/EnOcean-kompatible Leuchten oder Nachrüst-Aktoren
Ausschlusskriterien
- Funktionsräume mit konstantem Beleuchtungsbedarf (OP)
Typische Objekte
- Büros
- Schulen
- Tiefgaragen
- Lager
- Verkehrsbereiche
Häufige Fragen
Wie viel spart eine Tageslicht- und Präsenzsteuerung der Beleuchtung?
Eine Präsenz- und Tageslichtsteuerung spart 30 bis 60 % des Beleuchtungsstroms, zusätzlich zur LED-Umrüstung. In Büros sind 30 bis 50 % realistisch, in Lagern und Tiefgaragen bis zu 70 %, in Klassenzimmern 20 bis 35 %. Ein Bürogebäude mit 32.000 kWh/a Beleuchtungsstrom spart mit dem Standardfaktor 0,4 rund 12.800 kWh/a.
Was ist der Unterschied zwischen Bewegungsmelder und Präsenzmelder?
Ein Bewegungsmelder reagiert auf größere Bewegungen und eignet sich für Flure, Garagen oder Außenbereiche. Ein Präsenzmelder ist deutlich empfindlicher und erkennt auch kleine Bewegungen wie Tippen am Schreibtisch, sodass die Beleuchtung im Büro nicht ausgeht, während jemand ruhig arbeitet. Für Arbeitsplätze ist daher der Präsenzmelder, meist kombiniert mit einem Helligkeitssensor für die Konstantlichtregelung, die richtige Wahl.
Was kostet eine Lichtsteuerung mit DALI?
Ein DALI-Präsenz- und Tageslichtsensor kostet 100 bis 300 € zuzüglich Programmierung und Inbetriebnahme. Für ein Komplettsystem mit Sensoren, Steuergeräten und Verkabelung sind 15 bis 30 € pro m² anzusetzen. Bei Einsparungen von 30 bis 60 % des Beleuchtungsstroms amortisiert sich die Steuerung in 3 bis 7 Jahren, die Nutzungsdauer liegt bei 15 Jahren.
Braucht man für Tageslichtsteuerung dimmbare LED-Leuchten?
Ja, eine Konstantlichtregelung setzt dimmbare Leuchten voraus, üblicherweise mit DALI-Treiber oder alternativ mit EnOcean-Funkaktoren. Nicht dimmbare Leuchten lassen sich nur ein- und ausschalten, was den Nutzen auf die Präsenzsteuerung beschränkt. Wer eine LED-Umrüstung plant, sollte deshalb gleich DALI-fähige Leuchten wählen; der Aufpreis ist gering, die spätere Nachrüstung der Steuerung dafür einfach.
Welche Normen regeln die Beleuchtungssteuerung in Österreich?
Die ÖNORM EN 15193-1 beschreibt die energetische Bewertung der Beleuchtung in Gebäuden und liefert die Beiwerte für Präsenz- und Tageslichtnutzung, aus denen sich der Einsparfaktor ableitet. Die EN 12464-1 legt die Beleuchtungsstärken an Arbeitsstätten fest, etwa 500 Lux für Büroarbeitsplätze, die die Steuerung als Sollwert einhält. Die österreichische Energieeffizienz-Richtlinienverordnung erkennt die Lichtsteuerung als anrechenbare Maßnahme an.
Verwandte Maßnahmen
Normen & Quellen
- ÖNORM EN 15193-1
- EN 12464-1
Messpunkte in der EDM Toolbox
Mess-Kreis Beleuchtung getrennt + Logging der DALI-Helligkeitssollwerte ergibt aussagekräftige Last-vs-Tageslicht-Kurven.