48 Energieeffizienzmaßnahmen für Gebäude
Strukturierte Wissensbasis mit Berechnungsformeln, Defaultwerten, Beispielrechnungen und Quellenangaben. Jede Maßnahme hat einen interaktiven Einsparrechner – Sie geben Ihre Werte ein und sehen sofort die theoretische Energie- und CO₂-Einsparung.
48 Maßnahmen gefunden
Beleuchtung3 Maßnahmen
LED-Umrüstung Innenbeleuchtung
Ersatz von Glühlampen, Halogen, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen durch LED (Lampen oder Komplettleuchten).
LED-Umrüstung Außenbeleuchtung / Straßenbeleuchtung
Tausch von Hochdruck-Quecksilberdampf-, Natriumdampf- oder Halogen-Außenleuchten durch LED.
Präsenz- und Tageslichtsteuerung der Beleuchtung
Beleuchtung schaltet/dimmt automatisch nach Anwesenheit und Tageslichteinfall.
Erneuerbare4 Maßnahmen
PV-Anlage zur Stromeigenversorgung
Dachintegrierte oder aufgeständerte PV-Anlage zur Eigenstromerzeugung mit Wechselrichter und ggf. Speicher.
Batteriespeicher zur PV-Eigenverbrauchserhöhung
Lithium-Ionen-Speicher (LFP) erhöht die Eigenverbrauchsquote der PV-Anlage von ~30 % auf 60-80 %.
Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG / BEG) - PV-Sharing im Quartier
Mehrere Gebäude / Wohnungen / Betriebe schließen sich zusammen, um PV-/WP-/Speicher-Energie gemeinsam zu nutzen - reduziert Netznutzungsentgelte und maximiert Eigenverbrauch.
Mieterstrom-Modell (Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage)
PV-Anlage am MFH-Dach versorgt direkt die Mieter mit günstigem Solarstrom ohne öffentliches Netz - Mieter zahlen reduzierten Tarif, Vermieter erhält stabile Erträge.
Gebäudeautomation5 Maßnahmen
Gebäudeautomation Klasse A (EN ISO 52120)
Upgrade des Gebäudeautomations-Systems von Klasse C/D auf Klasse A (höchstes Effizienzniveau).
Energiemonitoring + Submetering (z.B. EDM Toolbox)
Aufbau eines Energieerfassungssystems mit Sub-Zählern pro Verbraucher/Bereich und kontinuierlichem Monitoring - schafft Datengrundlage für jede weitere Maßnahme.
Wallbox-Lademanagement mit PV-Überschuss und Lastmanagement
Intelligente Steuerung der Wallbox(en) - lädt primär aus PV-Überschuss, beachtet Hausanschluss-Lastgrenze, verteilt zwischen mehreren Fahrzeugen.
VDI 3807 / EN 16247-Benchmarking - kontinuierliche Verbrauchskennwerte
Systematische Bildung und Veröffentlichung von Verbrauchskennwerten (kWh/(m²·a), kWh/Bett, kWh/Mahlzeit) nach VDI 3807 - macht Effizienzpotenziale in einem Portfolio sichtbar.
Bidirektionales Laden (V2H / V2G)
E-Auto-Batterie dient als rückspeisefähiger Speicher für das Gebäude oder das Netz - massiv erhöhte Eigenverbrauchsquote, dynamische Tarif-Arbitrage.
Gebäudehülle11 Maßnahmen
Fassadendämmung (WDVS oder vorgehängte hinterlüftete Fassade)
Aufbringen einer Dämmebene auf die Außenwand - klassisches WDVS oder vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF).
Innendämmung Außenwand
Anbringung der Dämmschicht raumseitig - dort einsetzbar, wo Außendämmung ausgeschlossen ist (Denkmalschutz, Platzmangel, gegliederte historische Fassade).
Dämmung oberste Geschossdecke / Dachboden
Aufbringen einer Dämmschicht auf die oberste Geschoßdecke (bei unbeheiztem Dachboden) - einfachste und wirtschaftlichste Dämmmaßnahme.
Kellerdeckendämmung (von unten)
Unterseitige Dämmung der Decke über unbeheiztem Keller - schnelle, kostengünstige Maßnahme mit Komfortgewinn (warme Fußböden im EG).
Fenstertausch (3-fach Wärmeschutzverglasung)
Ersatz alter 1- oder 2-fach verglaster Fenster durch moderne 3-fach Wärmeschutzverglasung mit thermisch getrenntem Rahmen.
Sanierung Kastenfenster (Innenflügel mit Isolierverglasung)
Erhalt der historischen Außenflügel + Tausch der Innenflügel auf 2- oder 3-fach Verglasung + Dichtungsverbesserung.
Steildach-/Dachschrägendämmung (Aufsparren oder Zwischensparren)
Dämmung eines ausgebauten Dachgeschosses durch Aufsparrendämmung (bei Neueindeckung) oder Zwischensparrendämmung (innen).
Luftdichtheitssanierung (Blower-Door-optimiert)
Schließen von Leckagen in der Gebäudehülle (Fenster-Mauerwerks-Anschlüsse, Steckdosen, Kabel-/Rohrdurchführungen, Stoßstellen Dampfsperre).
Perimeterdämmung (Kellerwand außen, erdberührt)
Außenseitige Dämmung der erdberührten Kellerwand mit feuchteresistentem XPS oder Schaumglas - meist im Zuge von Drainagearbeiten.
Flachdachdämmung (Aufdach)
Aufbringung einer zusätzlichen Dämmlage auf das bestehende Flachdach - meist im Zuge der Sanierung der Abdichtung.
Einblasdämmung in zweischaliges Mauerwerk (Hohlraum)
Befüllung des Luftspalts in zweischaligem Mauerwerk mit lose Dämmgranulat (Mineralwolle, Zellulose, Perlite) - keine Fassadenoptik-Änderung.
Heizung14 Maßnahmen
Heizungstausch: Ölkessel → Wärmepumpe (Luft/Wasser oder Sole/Wasser)
Ersatz einer öl- oder gasbefeuerten Heizung durch eine elektrische Wärmepumpe. Reduziert Endenergie deutlich (Faktor 3-4) und ersetzt fossile Energie vollständig.
Heizungstausch: Gas-/Ölkessel → Pellet-Kessel
Ersatz einer fossil befeuerten Heizung durch einen modernen Pellet-Kessel. Ersetzt fossile Energie durch CO2-neutralen Holz-Brennstoff.
Tausch Standardkessel → Gas-Brennwertkessel
Ersatz eines alten Konstanttemperatur- oder Niedertemperaturkessels durch einen modernen Brennwertkessel mit Abgaskondensation.
Anschluss an Fernwärme
Anschluss an ein Fernwärmenetz - vorhandene Wärmequelle (KWK, Abwärme, Biomasse, Geothermie) wird genutzt, kein eigener Kessel mehr nötig.
Hocheffiziente Heizungsumwälzpumpe (EEI ≤ 0,20)
Tausch alter Heizungspumpen (oft 60-100 W konstant) durch elektronisch geregelte Hocheffizienzpumpen (8-25 W typisch).
Hydraulischer Abgleich Heizungssystem
Einstellung der voreinstellbaren Thermostatventile / Strangventile so, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge erhält, die er zur Wärmeabgabe braucht.
Witterungsgeführte Heizungsregelung + Nachtabsenkung
Anpassung der Vorlauftemperatur an die Außentemperatur (Heizkurve) und zeitliche Absenkung außerhalb der Nutzungszeiten.
Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen
Nachträgliche Dämmung ungedämmter Heizungsrohre, Warmwasserleitungen und Armaturen in unbeheizten Bereichen (Keller, Schächte, Technikraum).
Programmierbare Thermostatventile / Einzelraumregelung
Ersatz manueller Thermostatköpfe durch programmierbare oder funkvernetzte Smart-Thermostate für raumweise, zeitabhängige Sollwerte.
Absenkung der Vorlauftemperatur (Heizkurvenoptimierung)
Senkung der Vorlauftemperatur soweit möglich ohne Komfortverluste - direkter Hebel für Brennwertnutzung bei Gas und JAZ-Steigerung bei Wärmepumpe.
Grundwasser-Wärmepumpe (Wasser/Wasser-WP)
Wärmepumpe mit Grundwasser als Wärmequelle - höchster Wirkungsgrad aller WP-Typen (JAZ 4,5-5,5), nutzt konstante ~10 °C Grundwassertemperatur.
Hybridheizung Wärmepumpe + Spitzenlastkessel
Kombination einer Luft/Wasser-Wärmepumpe für Grundlast mit dem bestehenden Gas- oder Pelletkessel für kalte Wintertage und hohe VL-Temperaturen.
Anschluss an kaltes Nahwärmenetz (Anergie-Netz)
Niedrigtemperatur-Netz (8-20 °C) verbindet mehrere Gebäude über dezentrale Wärmepumpen - jedes Gebäude entzieht/speist Wärme/Kälte und nutzt das Netz als Quelle.
WP-Steuerung mit dynamischem Stromtarif (Spot-Markt-Optimierung)
Wärmepumpe lädt thermischen Speicher bevorzugt in Niedrigpreis-Stunden (EPEX Spot, dynamische Tarife) - reduziert Stromkosten um 15-30 %.
Kühlung5 Maßnahmen
Effiziente Kälteanlage / Split-Klima (SEER ≥ 7)
Ersatz alter ON/OFF-Klimaanlagen oder Kompressionskälteanlagen durch invertergeregelte Geräte mit SEER ≥ 7.
Außenliegender beweglicher Sonnenschutz
Außen liegende Verschattung (Raffstore, Markise) reduziert solare Wärmegewinne in der Kühlperiode um bis zu 80 %.
Freie Kühlung / Nachtlüftung statt Klimaanlage
Nutzung kühler Außenluft (nachts oder Übergangszeit) zur Gebäudekühlung; Klimaanlage läuft nur bei extremer Hitze.
Thermische Bauteilaktivierung (TBA / Beton-Kernaktivierung)
Wassergeführtes Rohrnetz in der Geschoßdecke aus Beton - kühlt im Sommer mit 16-20 °C, heizt im Winter mit 26-30 °C. Optimal mit WP/Free-Cooling.
Adiabate Kühlung (Verdunstungskühlung)
Befeuchtung der Abluft im Lüftungsgerät vor dem Wärmetauscher kühlt die Außenluft ohne aktive Kälteanlage - bis 8 K Kühlleistung 'gratis'.
Lüftung2 Maßnahmen
Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung (zentral/semi-dezentral)
Mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung (typisch 80-92 % Rückwärmzahl) ersetzt unkontrollierte Fensterlüftung.
CO2-/Feuchte-geregelte Bedarfslüftung (Demand Controlled Ventilation)
Regelung des Luftvolumenstroms nach realer Belegung/Luftqualität statt nach Zeitplan oder Maximalwerten.
Warmwasser4 Maßnahmen
Brauchwasserwärmepumpe (Booster-WP)
Eigenständige Wärmepumpe nur für Warmwasser - nutzt Umgebungsluft (z.B. Keller) als Wärmequelle.
Solarthermische WW-Bereitung (mit/ohne Heizungsunterstützung)
Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren erwärmen WW (typisch 50-65 % solarer Deckungsgrad) und liefern ggf. Heizungsunterstützung.
Zirkulationsoptimierung WW (Zeitsteuerung + Dämmung)
Begrenzung der WW-Zirkulationspumpe auf Nutzungszeiten + ordentliche Dämmung der Zirkulationsleitung.
Wassersparbrausen und Durchflussreduzierer
Tausch der Brauseköpfe und Armaturen-Strahlregler gegen wassersparende Varianten (6-9 l/min statt 12-18 l/min).