Zirkulationsoptimierung WW (Zeitsteuerung + Dämmung)

Begrenzung der WW-Zirkulationspumpe auf Nutzungszeiten + ordentliche Dämmung der Zirkulationsleitung.

Wie funktioniert die Zirkulationsoptimierung beim Warmwasser?

Eine Warmwasserzirkulation hält das Wasser in der Leitung ständig in Bewegung, damit an jeder Zapfstelle sofort warmes Wasser ankommt. Dafür pumpt eine Zirkulationspumpe das abgekühlte Wasser aus der Ringleitung zurück in den Speicher, wo es nachgeheizt wird. In vielen Nichtwohngebäuden läuft diese Pumpe rund um die Uhr, also 8.760 Stunden im Jahr, obwohl das Gebäude nur einen Bruchteil davon genutzt wird. Jede Stunde Zirkulation bedeutet Wärmeverluste über die gesamte Leitungslänge, bei ungedämmten Rohren rund 25 W pro Meter. Die Optimierung besteht aus zwei Schritten: Eine Zeitsteuerung begrenzt die Pumpenlaufzeit auf die Nutzungszeiten, etwa 2.500 h/a im Bürobetrieb, und eine vollständige Dämmung der Zirkulationsleitung senkt die Verluste während der Laufzeit. Für den Legionellenschutz bleibt ein täglicher Spülzyklus mit Speichertemperaturen von mindestens 60 °C erhalten.

Für welche Gebäude lohnt sich die Zirkulationsoptimierung?

Die Maßnahme eignet sich für Gebäude mit klaren Nutzungszeiten: Bürogebäude, Schulen und Mehrfamilienhäuser ohne Nachtnutzung. Voraussetzung ist ein dokumentiertes Legionellenschutzkonzept mit Speichertemperaturen von mindestens 60 °C. Nicht geeignet sind Pflegeheime, Krankenhäuser und Hotels mit kontinuierlichem Warmwasserbedarf rund um die Uhr; dort ist allenfalls eine reduzierte Nachtlaufzeit von etwa 6.000 h/a vertretbar. Weil die Investition sehr gering ist, gehört die Maßnahme zu den Quick-Wins, die sich fast immer im Rahmen eines Energieaudits umsetzen lassen.

Was bringt die Zirkulationsoptimierung konkret?

Die Zirkulationsverluste sinken um 30 bis 50 %, bezogen auf den gesamten Warmwasserenergiebedarf sind das 3 bis 10 %. Die Einsparung aus der Zeitsteuerung ergibt sich aus dem bisherigen Zirkulationsverlust multipliziert mit dem Anteil der eingesparten Laufzeit. Ein Bürogebäude mit 12.000 kWh/a Zirkulationsverlust, das die Laufzeit von 8.760 auf 3.000 h/a reduziert, spart rund 7.900 kWh/a und etwa 1,6 t CO2. Eine Zeitschaltuhr kostet 80 bis 300 €, die Rohrdämmung 12 bis 25 € pro Meter. Die Amortisation liegt bei 1 bis 3 Jahren, bei einer Nutzungsdauer von 15 Jahren.

Energieträger

Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme → Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme

Einsparpotenzial

30-50 % Zirkulationsverluste, 3-10 % WW-Gesamt

Rechenbeispiel

Ein Bürogebäude betreibt seine Warmwasserzirkulationspumpe bisher durchgehend, also 8.760 Stunden im Jahr, obwohl das Gebäude nur werktags tagsüber genutzt wird. Ein Wärmemengenzähler vor dem Zirkulationsverteiler zeigt Zirkulationsverluste von rund 12.000 kWh pro Jahr. Über eine Zeitschaltuhr wird die Laufzeit auf die Nutzungszeiten begrenzt, das sind 3.000 Stunden pro Jahr; ein täglicher Spülzyklus mit mindestens 60 °C Speichertemperatur bleibt für den Legionellenschutz nach ÖNORM B 5019 erhalten. Die Einsparung berechnet sich als E_einsp = 12.000 × (1 − 3.000 / 8.760) = 12.000 × 0,657 = 7.890 kWh/a. Das Gebäude spart damit rund 7.900 kWh Wärme pro Jahr und etwa 1,6 t CO2, bei einer Investition von wenigen hundert Euro für die Zeitschaltuhr. Eine ergänzende Rohrdämmung senkt die Verluste in der verbleibenden Laufzeit zusätzlich.

Investition & Amortisation

Zeitschaltuhr: 80-300 €; +Rohrdämmung 12-25 €/m · Nutzungsdauer: 15 a · Amortisation: 1-3 a

Anwendbarkeit

Voraussetzungen

Ausschlusskriterien

Typische Objekte

Häufige Fragen

Darf man die Warmwasser-Zirkulationspumpe nachts abschalten?

Ja, in Bürogebäuden, Schulen und Mehrfamilienhäusern ohne Nachtnutzung darf die Zirkulationspumpe außerhalb der Nutzungszeiten abgeschaltet werden, sofern der Legionellenschutz gewährleistet bleibt. Nach ÖNORM B 5019 muss der Speicher mindestens 60 °C halten und die Zirkulation täglich laufen. Eine Zeitschaltuhr mit täglichem Spülzyklus erfüllt diese Anforderung bei gleichzeitig deutlich reduzierter Laufzeit.

Wie viel Energie spart eine Zeitschaltuhr an der Zirkulationspumpe?

Eine Zeitsteuerung reduziert die Zirkulationsverluste um 30 bis 50 %, bezogen auf den gesamten Warmwasserenergiebedarf sind das 3 bis 10 %. Ein Bürogebäude mit 12.000 kWh/a Zirkulationsverlust spart bei einer Laufzeitreduktion von 8.760 auf 3.000 Stunden rund 7.900 kWh pro Jahr. Hinzu kommt der eingesparte Pumpenstrom für die abgeschalteten Stunden.

Was kostet die Zirkulationsoptimierung und wann amortisiert sie sich?

Eine Zeitschaltuhr für die Zirkulationspumpe kostet 80 bis 300 €, die nachträgliche Dämmung der Zirkulationsleitung 12 bis 25 € pro Meter. Bei einer Nutzungsdauer von 15 Jahren amortisiert sich die Maßnahme in 1 bis 3 Jahren. Sie gehört damit zu den wirtschaftlichsten Energiesparmaßnahmen im Gebäude und ist ohne bauliche Eingriffe umsetzbar.

Welche Rolle spielt die Rohrdämmung bei der Warmwasserzirkulation?

Ungedämmte Warmwasserleitungen verlieren rund 25 W pro Meter, gedämmte Leitungen nur einen Bruchteil davon. Die Verluste fallen während der gesamten Pumpenlaufzeit an und müssen vom Kessel nachgeheizt werden. Eine vollständige Dämmung nach VDI 2055 ergänzt die Zeitsteuerung, weil sie die Verluste in den verbleibenden Betriebsstunden senkt. Besonders lohnend sind lange Leitungen in unbeheizten Kellern.

Was schreibt die ÖNORM B 5019 zum Legionellenschutz vor?

Die ÖNORM B 5019 regelt in Österreich die hygienerelevante Planung und den Betrieb zentraler Trinkwassererwärmungsanlagen. Sie fordert unter anderem mindestens 60 °C am Speicheraustritt und eine tägliche Durchströmung der Zirkulation, damit Legionellen keinen Nährboden finden. Eine Zeitsteuerung der Zirkulationspumpe ist damit vereinbar, solange der tägliche Spülzyklus dokumentiert und die Temperatur überwacht wird.

Verwandte Maßnahmen

Normen & Quellen

Messpunkte in der EDM Toolbox

Wärmemengenzähler vor Zirkulationsverteiler + Pumpenstrom. Ideal als KPI für Dashboard.

Alle Maßnahmen