Brauchwasserwärmepumpe (Booster-WP)

Eigenständige Wärmepumpe nur für Warmwasser - nutzt Umgebungsluft (z.B. Keller) als Wärmequelle.

Wie funktioniert eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe (BWP), auch Booster-Wärmepumpe genannt, ist eine eigenständige Wärmepumpe, die ausschließlich Warmwasser bereitet. Als Wärmequelle dient die Umgebungsluft im Aufstellraum, meist im Keller oder Technikraum. Ein kleiner Kältekreis entzieht dieser Luft Wärme und hebt sie auf 50 bis 55 °C im integrierten Speicher mit 300 bis 500 l Inhalt. Die Effizienz beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ), das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr; sie liegt typisch bei 2,5 bis 3,5. Im Sommer ersetzt die BWP den Heizkessel vollständig, der sonst nur für Warmwasser mit schlechtem Teillastwirkungsgrad laufen müsste. Nebeneffekt: Die Kellerluft wird gekühlt und entfeuchtet. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage lässt sich die Wärmepumpe gezielt bei Stromüberschuss betreiben und der Speicher als thermische Batterie nutzen.

Für welche Gebäude lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Typische Objekte sind Einfamilienhäuser, kleine Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe mit moderatem Warmwasserbedarf. Voraussetzung ist ein frostfreier Aufstellraum mit mindestens 20 m³ Luftvolumen und ausreichender Luftumwälzung, damit die Wärmepumpe genug Wärme entziehen kann, sowie ein Stromanschluss. Alternativ kann die Luft über Kanäle aus einem Nebenraum angesaugt werden. Besonders wirtschaftlich ist der Umstieg, wenn das Warmwasser bisher mit einem alten Öl- oder Gaskessel im Sommerbetrieb oder mit einem Elektroboiler bereitet wird. Ist eine effiziente Gastherme erst wenige Jahre alt, fällt die Einsparung geringer aus.

Was bringt eine Brauchwasserwärmepumpe konkret?

Der Endenergiebedarf für Warmwasser sinkt um 50 bis 65 %. Die Einsparung ergibt sich aus dem Warmwasserbedarf und der Differenz der Kehrwerte von altem Wirkungsgrad und JAZ der Wärmepumpe. Ein Einfamilienhaus mit 2.500 kWh/a Warmwasserbedarf und altem Ölkessel spart rund 3.400 kWh/a Endenergie und etwa 0,9 t CO2, während die Wärmepumpe selbst nur rund 780 kWh Strom benötigt. Die Investition liegt bei 2.500 bis 4.500 € für ein Gerät mit 300-l-Speicher. Bei einer Nutzungsdauer von 18 Jahren amortisiert sich die Maßnahme in 8 bis 14 Jahren, mit PV-Eigenverbrauch entsprechend schneller.

Energieträger

Erdgas, Heizöl, Strom → Strom

Einsparpotenzial

50-65 %

Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit vier Personen hat einen Warmwasserbedarf von 2.500 kWh pro Jahr. Bisher bereitet ein alter Ölkessel das Warmwasser, der im Sommerbetrieb nur einen Wirkungsgrad von 0,60 erreicht, weil er häufig taktet und die Bereitschaftsverluste hoch sind. Im frostfreien Keller wird eine Brauchwasserwärmepumpe mit 300-l-Speicher aufgestellt, die eine Jahresarbeitszahl von 3,2 erreicht. Die Einsparung berechnet sich als E_einsp = 2.500 × (1/0,60 − 1/3,2) = 2.500 × (1,667 − 0,313) = 2.500 × 1,354 = 3.385 kWh/a Endenergie. Der neue Stromverbrauch der Wärmepumpe beträgt 2.500 / 3,2 = 781 kWh pro Jahr. Unterm Strich spart das Haus rund 3.400 kWh Endenergie und etwa 0,9 t CO2 pro Jahr, und der Ölkessel bleibt im Sommer vollständig aus. Ein separater Stromzähler und Speichertemperaturfühler machen die reale JAZ überprüfbar.

Investition & Amortisation

2.500-4.500 € (300 l Speicher inkl. WP) · Nutzungsdauer: 18 a · Amortisation: 8-14 a

Anwendbarkeit

Voraussetzungen

Typische Objekte

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe lohnt sich vor allem, wenn das Warmwasser bisher mit einem alten Öl- oder Gaskessel im Sommerbetrieb oder mit einem Elektroboiler bereitet wird. Der Endenergiebedarf für Warmwasser sinkt um 50 bis 65 %, die Amortisation liegt bei 8 bis 14 Jahren. Mit einer Photovoltaikanlage verkürzt sich die Amortisation, weil die Wärmepumpe Überschussstrom nutzt.

Wie viel Strom verbraucht eine Brauchwasserwärmepumpe im Jahr?

Ein Vierpersonenhaushalt mit 2.500 kWh Warmwasserbedarf pro Jahr benötigt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,2 rund 780 kWh Strom jährlich. Die Jahresarbeitszahl liegt je nach Gerät und Aufstellraum zwischen 2,5 und 3,8. Ein Elektroboiler würde für dieselbe Warmwassermenge mehr als das Dreifache an Strom verbrauchen.

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe mit Einbau?

Eine Brauchwasserwärmepumpe mit integriertem 300-l-Speicher kostet 2.500 bis 4.500 € inklusive Montage. Die Nutzungsdauer liegt bei rund 18 Jahren, die Amortisationszeit bei 8 bis 14 Jahren. Da nur ein Strom- und Wasseranschluss nötig ist, sind die Installationskosten gering. Förderungen für den Heizungstausch können die Investition zusätzlich reduzieren.

Welche Voraussetzungen braucht der Aufstellraum für eine Brauchwasserwärmepumpe?

Der Aufstellraum muss frostfrei sein und mindestens 20 m³ Luftvolumen mit ausreichender Luftumwälzung bieten, damit die Wärmepumpe der Luft genügend Wärme entziehen kann. Geeignet sind Keller, Technik- oder Waschräume. Der Raum kühlt im Betrieb um einige Grad ab und wird entfeuchtet. Bei kleineren Räumen kann die Luft über Kanäle aus einem Nebenraum angesaugt werden.

Nach welcher Norm wird die Effizienz von Brauchwasserwärmepumpen geprüft?

Die ÖNORM EN 16147 legt das Prüfverfahren für Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung fest, einschließlich der Leistungszahl COP bei definierten Zapfprofilen. Dieser Wert erlaubt den Vergleich verschiedener Geräte unter Laborbedingungen. Die reale Jahresarbeitszahl im Betrieb hängt zusätzlich von Aufstellraumtemperatur, Speichertemperatur und Nutzungsverhalten ab und liegt typisch bei 2,5 bis 3,5.

Verwandte Maßnahmen

Normen & Quellen

Messpunkte in der EDM Toolbox

Optimal: Stromzähler BWP separat, Speichertemperaturen oben/unten, Kaltwasserzähler. Damit ist JAZ ermittelbar (Wärmemenge = m × cp × ΔT / Δt).

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