PV-Anlage zur Stromeigenversorgung
Dachintegrierte oder aufgeständerte PV-Anlage zur Eigenstromerzeugung mit Wechselrichter und ggf. Speicher.
Wie funktioniert eine PV-Anlage zur Eigenversorgung?
Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in Gleichstrom um, ein Wechselrichter macht daraus netzkonformen Wechselstrom für das Gebäude. Der erzeugte Strom deckt zuerst den aktuellen Eigenbedarf; der Überschuss wird ins Netz eingespeist oder in einen Batteriespeicher geladen. Pro Kilowatt Peak (kWp) installierter Leistung liefert eine Anlage in Österreich etwa 950 bis 1.150 kWh im Jahr, bei Südausrichtung und 30° Neigung im Mittel 1.050 kWh/(kWp·a), bei flacher Ost-West-Ausrichtung ab 850. Die entscheidende Kennzahl ist die Eigenverbrauchsquote: der Anteil des PV-Stroms, der direkt im Gebäude genutzt wird. Ohne Speicher liegt sie bei 25 bis 40 %, mit Batteriespeicher bei 50 bis 80 %. PV-Strom lässt sich für 4 bis 8 ct/kWh erzeugen, deutlich unter dem Bezugspreis, die Strompreisparität ist damit längst erreicht.
Für welche Gebäude lohnt sich Photovoltaik?
Voraussetzung ist ein geeignetes Dach mit Süd-, Ost- oder Westausrichtung, ausreichender Statik und geringer Verschattung. Die Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, bei größeren Anlagen ist ein Zählertausch erforderlich. Typische Objekte sind Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude, Industriehallen und Carports. Gewerbebetriebe sind besonders geeignet, weil ihr Verbrauch tagsüber anfällt und so Eigenverbrauchsquoten von 60 % und mehr ohne Speicher erreichbar sind. Ausschlusskriterien sind dauerhaft verschattete oder statisch nicht tragfähige Dächer.
Was bringt eine PV-Anlage konkret?
Je nach Lastprofil sind 30 bis 70 % Stromeigenversorgung möglich. Wirtschaftlich zählt vor allem der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte kWh spart den Bezugspreis von 0,20 bis 0,30 €/kWh im Haushalt und 0,12 bis 0,20 €/kWh im Gewerbe, während die Einspeisung nur rund 0,07 €/kWh bringt. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt etwa 10.500 kWh/a, vermeidet 1.638 kg CO2 und bringt rund 1.400 €/a. Die Investition beträgt 1.300 bis 1.800 €/kWp im Einfamilienhaus und 800 bis 1.200 €/kWp bei gewerblichen Anlagen über 50 kWp. Die Amortisation liegt bei 8 bis 14 Jahren, die Nutzungsdauer bei 25 Jahren.
Energieträger
Strom (Netzbezug) → Solar (Eigenverbrauch)
Einsparpotenzial
30-70 % Strom-Eigenversorgung möglich
Rechenbeispiel
Auf einem Wohnhaus wird eine PV-Anlage mit 10 kWp installiert, südlich ausgerichtet mit einem spezifischen Ertrag von 1.050 kWh pro kWp und Jahr. Die Erzeugung beträgt damit 10 × 1.050 = 10.500 kWh/a. Ohne Speicher werden 35 % direkt im Haus verbraucht, also 3.675 kWh, die übrigen 6.825 kWh werden ins Netz eingespeist. Der Strombezugspreis liegt bei 0,25 €/kWh, der Einspeisetarif bei 0,07 €/kWh. Für den Eigenverbrauch wird die Differenz beider Preise gespart: 3.675 × (0,25 − 0,07) = 661 €. Die gesamte Erzeugung wird zusätzlich mit dem Einspeisetarif bewertet: 10.500 × 0,07 = 735 €. Zusammen ergibt sich ein wirtschaftlicher Vorteil von 1.396 €/a, gerundet 1.400 €/a. Da die gesamte PV-Erzeugung Netzstrom mit 0,156 kg CO2/kWh ersetzt, werden 10.500 × 0,156 = 1.638 kg CO2 pro Jahr vermieden.
Investition & Amortisation
EFH (5-12 kWp): 1.300-1.800 €/kWp; gewerblich >50 kWp: 800-1.200 €/kWp; Speicher: 600-1.000 €/kWh · Nutzungsdauer: 25 a · Amortisation: 8-14 a
Anwendbarkeit
Voraussetzungen
- Geeignetes Dach (Süd/Ost/West), Statik, Verschattung
- Netzanschluss-Anmeldung
- Bei größeren Anlagen Gewerbezählerwechsel
Ausschlusskriterien
- Dauerverschattetes Dach
- Statisch nicht tragfähig
Typische Objekte
- EFH
- MFH
- Bürogebäude
- Industriehallen
- Carports
Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage pro kWp in Österreich?
In Österreich erzeugt eine PV-Anlage je nach Standort und Ausrichtung 950 bis 1.150 kWh pro kWp und Jahr. Bei Südausrichtung mit 30° Neigung sind im Mittel 1.050 kWh/(kWp·a) realistisch, bei flacher Ost-West-Belegung etwa 850, bei optimaler Südlage bis 1.200. Eine 10-kWp-Anlage liefert damit rund 10.500 kWh im Jahr.
Was ist die Eigenverbrauchsquote und warum ist sie so wichtig?
Die Eigenverbrauchsquote ist der Anteil des erzeugten PV-Stroms, der direkt im Gebäude verbraucht wird. Sie liegt ohne Speicher bei 25 bis 40 %, mit Speicher bei 50 bis 80 %. Sie entscheidet über die Wirtschaftlichkeit: Selbst genutzter Strom spart den Bezugspreis von 0,20 bis 0,30 €/kWh, eingespeister Strom bringt nur etwa 0,07 €/kWh. Eigenverbrauch ist damit rund dreimal so viel wert wie Einspeisung.
Lohnt sich eine PV-Anlage für Gewerbebetriebe?
Gewerbebetriebe sind meist die besten PV-Standorte, weil ihr Stromverbrauch tagsüber anfällt, wenn die Anlage produziert. Eigenverbrauchsquoten von 60 % und mehr sind ohne Speicher erreichbar. Mit spezifischen Kosten von 800 bis 1.200 €/kWp bei Anlagen über 50 kWp und Bezugspreisen von 0,12 bis 0,20 €/kWh liegt die Amortisation typischerweise am unteren Ende der Spanne von 8 bis 14 Jahren.
Was kostet eine PV-Anlage mit 10 kWp?
Eine PV-Anlage im Einfamilienhaus mit 5 bis 12 kWp kostet 1.300 bis 1.800 € pro kWp, eine 10-kWp-Anlage also etwa 13.000 bis 18.000 € inklusive Wechselrichter und Montage. Ein Batteriespeicher kommt mit 600 bis 1.000 € pro kWh nutzbarer Kapazität hinzu. Bei rund 1.400 €/a Ertrag amortisiert sich die Anlage in 8 bis 14 Jahren, bei 25 Jahren Nutzungsdauer.
Wie viel CO2 spart eine PV-Anlage in Österreich?
Jede erzeugte PV-Kilowattstunde ersetzt Netzstrom mit rund 0,156 kg CO2/kWh nach dem österreichischen Strommix (Umweltbundesamt 2024). Eine 10-kWp-Anlage mit 10.500 kWh/a vermeidet damit etwa 1.638 kg CO2 pro Jahr. Die Vorkette der PV-Module selbst schlägt mit etwa 40 g CO2/kWh zu Buche und ist in dieser Betrachtung bereits berücksichtigt.
Verwandte Maßnahmen
- Heizungstausch: Ölkessel → Wärmepumpe (Luft/Wasser oder Sole/Wasser)
- Brauchwasserwärmepumpe (Booster-WP)
- Energiemonitoring + Submetering (z.B. EDM Toolbox)
Normen & Quellen
- IEC 61215
- IEC 61730
- ÖVE/ÖNORM E 8001-4-712
Messpunkte in der EDM Toolbox
Wechselrichter haben fast immer Modbus TCP / SunSpec - direkter Anschluss EDM Toolbox. Wichtige KPIs: PV-Erzeugung, Eigenverbrauch, Netzeinspeisung, Eigenverbrauchsquote, spezifischer Ertrag pro kWp. Perfekt zur Optimierung mit Lastverschiebung.