Luftdichtheitssanierung (Blower-Door-optimiert)

Schließen von Leckagen in der Gebäudehülle (Fenster-Mauerwerks-Anschlüsse, Steckdosen, Kabel-/Rohrdurchführungen, Stoßstellen Dampfsperre).

Wie funktioniert eine Luftdichtheitssanierung?

Jedes Gebäude verliert Wärme nicht nur durch Wände und Fenster, sondern auch durch Luft, die unkontrolliert durch Fugen und Leckagen der Gebäudehülle strömt. Diese Lüftungswärmeverluste entstehen an Fenster-Mauerwerks-Anschlüssen, Steckdosen in Außenwänden, Kabel- und Rohrdurchführungen, Rollladenkästen und an Stoßstellen der Dampfsperre im Dach. Maßgröße ist der n50-Wert, der angibt, wie oft das Gebäudeluftvolumen bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal pro Stunde ausgetauscht wird. Ein unsaniertes Einfamilienhaus liegt bei 6 bis 10 1/h, ein saniertes sollte unter 1,5 1/h erreichen, mit Lüftungsanlage unter 0,6 1/h. Bei der Luftdichtheitssanierung wird zunächst mit einer Blower-Door-Messung nach ÖNORM EN ISO 9972 ein Unterdruck erzeugt und jede Leckage mit Rauch, Thermografie oder Anemometer lokalisiert. Anschließend werden die Undichtheiten mit Klebebändern, Dichtmanschetten, Kompribändern und Luftdichtungsputzen geschlossen.

Für welche Gebäude lohnt sich eine Luftdichtheitssanierung?

Die Maßnahme eignet sich für Sanierungsobjekte aller Art, deren Gebäudehülle grundsätzlich intakt ist und bei denen einzelne Leckagen die Ursache für Zugluft und Wärmeverluste sind. Sie ist besonders sinnvoll nach einem Fenstertausch oder einer Dachdämmung, um die neuen Bauteile sauber an den Bestand anzuschließen. Voraussetzung ist ein Lüftungskonzept, weil ein dichteres Gebäude ohne kontrollierten Luftwechsel ein Schimmelrisiko birgt. Bei einem ungedämmten Gebäude mit reiner Fensterlüftung ist die Luftdichtung allein nicht ausreichend; hier ist ein umfassendes Sanierungspaket nötig.

Was bringt eine Luftdichtheitssanierung konkret?

Die Einsparung liegt bei 3 bis 10 % bezogen auf die Lüftungswärmeverluste. Für ein Einfamilienhaus mit 420 m³ beheiztem Volumen, dessen n50-Wert von 6 auf 1,5 1/h gesenkt wird, ergeben sich rund 4.500 kWh Erdgas pro Jahr. Die Blower-Door-Messung inklusive Leckageortung kostet 800 bis 1.500 €, die Abdichtungsarbeiten 1.500 bis 5.000 €. Mit 5 bis 15 Jahren Amortisation bei 30 Jahren Nutzungsdauer ist die Maßnahme sehr wirtschaftlich. Hinzu kommen zugfreie Räume und ein deutlich geringeres Risiko für Feuchteschäden in der Konstruktion.

Energieträger

Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme → Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme

Einsparpotenzial

3-10 % Lüftungswärmeverluste

Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit 420 m³ beheiztem Volumen fällt durch Zugluft an Fensteranschlüssen und Steckdosen auf. Eine Blower-Door-Messung ergibt einen n50-Wert von 6 1/h, was einem typischen unsanierten Bestand entspricht. Nach der Leckageortung werden Anschlussfugen, Rohrdurchführungen und Rollladenkästen abgedichtet, sodass die Kontrollmessung 1,5 1/h ausweist. Für die Energieeinsparung wird der Luftvolumenstrom mit der Dichte von 1,2 kg/m³ und der Wärmekapazität von 0,34 Wh/(kg·K) der Luft bewertet; der Faktor 0,07 rechnet den n50-Wert auf den mittleren natürlichen Luftwechsel um. Bei 3.500 Heizgradtagen und einer Gasheizung mit 90 % Wirkungsgrad lautet die Rechnung: 420 × 1,2 × 0,34 × (6 − 1,5) × 0,07 × 3.500 × 24 / 1000 / 0,90 = 4.488 kWh/a. Das Haus spart rund 4.500 kWh Erdgas pro Jahr und gewinnt deutlich an Komfort.

Investition & Amortisation

Blower-Door inkl. Leckageortung: 800-1.500 €; Abdichtarbeiten 1.500-5.000 € · Nutzungsdauer: 30 a · Amortisation: 5-15 a

Anwendbarkeit

Voraussetzungen

Ausschlusskriterien

Typische Objekte

Häufige Fragen

Was kostet ein Blower-Door-Test?

Eine Blower-Door-Messung inklusive Leckageortung mit Thermografie oder Rauch kostet 800 bis 1.500 € für ein Einfamilienhaus. Eine reine Messung des n50-Werts ohne Ortung ist günstiger, liefert aber keine Grundlage für die Sanierung. Die anschließenden Abdichtungsarbeiten liegen je nach Anzahl und Art der Leckagen bei 1.500 bis 5.000 €. Eine Kontrollmessung nach der Sanierung dokumentiert den erreichten Wert.

Welcher n50-Wert ist gut?

Ein n50-Wert unter 1,5 1/h gilt als gut für ein saniertes Gebäude ohne Lüftungsanlage; mit Lüftungsanlage sollten 0,6 1/h erreicht werden, was dem Passivhausstandard entspricht. Unsanierte Altbauten liegen bei 4 bis 10 1/h. Der Wert gibt an, wie oft das gesamte Luftvolumen des Gebäudes bei 50 Pascal Druckdifferenz pro Stunde ausgetauscht wird. Die ÖNORM B 8110-7 regelt die Anforderungen in Österreich.

Wo sind die typischen Leckagen in der Gebäudehülle?

Die häufigsten Leckagen finden sich an den Anschlussfugen zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk, an Steckdosen und Schaltern in Außenwänden, an Rollladenkästen, an Durchführungen von Kabeln, Rohren und Abgasleitungen sowie an Stoßstellen und Anschlüssen der Dampfsperre im Dach. Auch Dachbodenluken, Kellertüren und Kamine sind typische Schwachstellen. Eine Blower-Door-Messung mit Leckageortung macht diese Stellen sichtbar.

Führt ein luftdichtes Haus zu Schimmel?

Nicht das dichte Haus, sondern fehlender Luftwechsel führt zu Schimmel. Nach der Abdichtung entfällt der unkontrollierte Luftaustausch über Fugen, sodass Feuchte aus Kochen, Duschen und Atmen bewusst abgeführt werden muss. Ein Lüftungskonzept mit regelmäßigem Stoßlüften oder einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist daher Voraussetzung. Umgekehrt vermeidet eine dichte Hülle Feuchteschäden in der Konstruktion, weil keine warme Raumluft mehr in kalte Bauteile eindringt.

Ist ein Blower-Door-Test in Österreich Pflicht?

Für Bestandssanierungen gibt es in Österreich keine generelle Pflicht zur Blower-Door-Messung. Bei Neubauten und umfassenden Sanierungen verlangen die OIB-Richtlinie 6 und Förderprogramme wie der Sanierungsscheck jedoch häufig einen Nachweis der Luftdichtheit, insbesondere wenn eine Lüftungsanlage eingebaut wird. In Deutschland ist die Messung bei Förderungen der KfW für Effizienzhäuser vorgeschrieben. Unabhängig davon ist sie das einzige verlässliche Werkzeug, um Leckagen zu finden.

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Messpunkte in der EDM Toolbox

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