Einblasdämmung in zweischaliges Mauerwerk (Hohlraum)

Befüllung des Luftspalts in zweischaligem Mauerwerk mit lose Dämmgranulat (Mineralwolle, Zellulose, Perlite) - keine Fassadenoptik-Änderung.

Wie funktioniert eine Einblasdämmung in zweischaliges Mauerwerk?

Viele Gebäude der 1950er- bis 1970er-Jahre wurden mit zweischaligem Mauerwerk errichtet: Eine tragende Innenschale und eine Verblendschale außen sind durch einen 6 bis 10 cm breiten Luftspalt getrennt. Dieser Hohlraum lässt sich nachträglich mit Dämmstoff füllen. Dafür werden in einem Raster Bohrlöcher in die Außenschale gesetzt und der Hohlraum mit loser Mineralwolle, Zellulose, Perlite oder EPS-Granulat unter Druck verfüllt, bis er lückenlos gefüllt ist. Die Bohrlöcher werden anschließend farblich angepasst verschlossen. Die Dämmstoffe haben Wärmeleitfähigkeiten von 0,035 bis 0,045 W/(m·K) und senken den U-Wert der Wand von etwa 1,2 auf 0,4 bis 0,5 W/(m²·K). Vor der Ausführung wird der Hohlraum per Endoskop auf Breite, Mörtelbrücken, Feuchte und Zustand der Maueranker geprüft. Die Arbeiten sind ohne Gerüst in ein bis zwei Tagen abgeschlossen.

Für welche Gebäude lohnt sich eine Einblasdämmung?

Typische Objekte sind Ein- und Mehrfamilienhäuser der 1950er- bis 1970er-Jahre mit zweischaligem Mauerwerk und einem Luftspalt von mindestens 4 cm. Weil sich die Fassadenoptik nicht verändert, ist die Maßnahme auch bei Sichtmauerwerk, in Schutzzonen und bei denkmalverträglichen Sanierungen einsetzbar. Nicht geeignet ist sie bei einschaligem Mauerwerk, bei Hohlräumen unter 4 cm und bei Feuchteproblemen in der Außenschale, die vorher saniert werden müssen. Wo eine Fassadendämmung mit U-Werten unter 0,20 W/(m²·K) möglich und gewünscht ist, ist diese die energetisch bessere, aber deutlich teurere Lösung.

Was bringt eine Einblasdämmung konkret?

Die Heizenergieeinsparung liegt bei 15 bis 25 %. Für ein Einfamilienhaus der 1960er-Jahre mit 180 m² zweischaliger Fassade ergeben sich rund 10.700 kWh Erdgas pro Jahr, entsprechend etwa 2,2 t CO2. Mit Kosten von 35 bis 70 €/m² und einer Amortisationszeit von 3 bis 8 Jahren bei 40 Jahren Nutzungsdauer ist die Einblasdämmung eine der wirtschaftlichsten Dämmmaßnahmen überhaupt. Die erreichbaren U-Werte sind durch die Spaltbreite begrenzt, doch das Verhältnis von Aufwand zu Einsparung ist kaum zu übertreffen.

Energieträger

Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme → Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme

Einsparpotenzial

15-25 %

Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren hat 180 m² Fassade in zweischaligem Mauerwerk mit einem ungedämmten Luftspalt. Der U-Wert der Wand liegt bei 1,2 W/(m²·K). Eine Endoskopprüfung bestätigt einen durchgehenden, trockenen Hohlraum von rund 8 cm. Nach dem Einblasen von Dämmgranulat erreicht die Wand 0,45 W/(m²·K). Das Haus wird mit Gas bei 90 % Wirkungsgrad beheizt, der Standort hat 3.500 Heizgradtage. Mit dem Korrekturfaktor 0,85 lautet die Rechnung: 180 × (1,2 − 0,45) × 3.500 × 0,024 / 0,9 × 0,85 = 10.710 kWh/a. Das Haus spart damit rund 10.700 kWh Erdgas pro Jahr und etwa 2,2 t CO2. Bei Kosten von etwa 6.300 bis 12.600 € liegt die Amortisation bei wenigen Jahren, und die Fassadenoptik bleibt unverändert.

Investition & Amortisation

35-70 €/m² · Nutzungsdauer: 40 a · Amortisation: 3-8 (eine der wirtschaftlichsten Dämm-Maßnahmen) a

Anwendbarkeit

Voraussetzungen

Ausschlusskriterien

Typische Objekte

Häufige Fragen

Was kostet eine Einblasdämmung für zweischaliges Mauerwerk?

Eine Einblasdämmung des Hohlraums kostet 35 bis 70 €/m² Fassadenfläche inklusive Endoskopprüfung, Bohrung, Verfüllung und Verschluss der Bohrlöcher. Für ein Einfamilienhaus mit 180 m² Fassade sind das etwa 6.300 bis 12.600 €. Da kein Gerüst und keine Oberflächenarbeiten nötig sind, liegt der Preis bei einem Bruchteil einer Fassadendämmung mit WDVS, die 150 bis 220 €/m² kostet.

Wie erkennt man, ob das Haus zweischaliges Mauerwerk hat?

Zweischaliges Mauerwerk ist typisch für Bauten der 1950er- bis 1970er-Jahre und erkennbar an einer Wandstärke von 30 cm oder mehr bei gleichzeitig dünner Verblend- oder Klinkerschale. Sicherheit gibt eine Endoskopprüfung: Durch ein kleines Bohrloch wird der Hohlraum auf Breite, Mörtelreste, Feuchte und Maueranker geprüft. Auch Bauakten und Einbauten wie Fensterlaibungen oder Lüftungsöffnungen im Sockel geben Hinweise auf den Wandaufbau.

Welche Dämmstoffe eignen sich für die Einblasdämmung?

Für die Hohlraumdämmung werden lose Dämmstoffe verwendet, die sich unter Druck einblasen lassen: Mineralwolleflocken, Zellulosefasern, Perlite sowie hydrophobiertes EPS-Granulat. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,035 bis 0,045 W/(m·K). Wichtig ist ein wasserabweisender Dämmstoff, damit Schlagregen, der durch die Außenschale dringt, nicht in die Innenschale gelangt. Die ÖNORM B 6010 regelt die Anforderungen an Einblasdämmstoffe.

Lohnt sich eine Einblasdämmung im Vergleich zur Fassadendämmung?

Energetisch erreicht die Einblasdämmung mit U-Werten von 0,4 bis 0,5 W/(m²·K) weniger als ein WDVS mit 0,15 bis 0,20 W/(m²·K). Wirtschaftlich ist sie jedoch kaum zu übertreffen: Bei 35 bis 70 €/m² amortisiert sie sich in 3 bis 8 Jahren, ein WDVS bei 150 bis 220 €/m² erst in 15 bis 30 Jahren. Wo der Hohlraum vorhanden ist, ist die Einblasdämmung daher fast immer der erste Schritt.

Kann Einblasdämmung Feuchteschäden verursachen?

Bei fachgerechter Ausführung nicht. Der Luftspalt im zweischaligen Mauerwerk diente ursprünglich dazu, eindringenden Schlagregen abzuführen. Wird er mit wasserabweisendem Dämmstoff gefüllt, bleibt diese Funktion erhalten. Kritisch sind vorhandene Feuchteschäden in der Außenschale, defekte Fugen oder Risse; diese müssen vor der Dämmung saniert werden. Das WTA-Merkblatt 6-5 beschreibt die Voraussetzungen und die erforderliche Voruntersuchung per Endoskop.

Verwandte Maßnahmen

Normen & Quellen

Messpunkte in der EDM Toolbox

Erfolg primär durch witterungsbereinigten Heizenergie-Vergleich messbar. Optional: Oberflächentemperatur Innenwand vor/nach zeigt Komfortgewinn.

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