Steildach-/Dachschrägendämmung (Aufsparren oder Zwischensparren)

Dämmung eines ausgebauten Dachgeschosses durch Aufsparrendämmung (bei Neueindeckung) oder Zwischensparrendämmung (innen).

Wie funktioniert eine Dachschrägendämmung?

Bei einem ausgebauten und beheizten Dachgeschoß bildet die Dachschräge die thermische Hülle. Für die Dämmung gibt es zwei Grundvarianten. Die Aufsparrendämmung legt eine durchgehende Dämmschicht von 20 bis 30 cm oberhalb der Sparren, direkt unter die neue Eindeckung. Sie ist thermisch die beste Lösung, weil die Sparren die Dämmebene nicht unterbrechen und keine linearen Wärmebrücken entstehen; der U-Wert sinkt von etwa 1,5 auf 0,12 bis 0,18 W/(m²·K). Die Zwischensparrendämmung füllt von innen die Gefache zwischen den Sparren mit Mineralwolle, Zellulose oder Holzfaser. Reicht die Sparrenhöhe nicht aus, wird eine Untersparrendämmung ergänzt. In beiden Fällen sind drei Details entscheidend: eine raumseitige Dampfsperre oder Dampfbremse, die feuchte Raumluft von der Konstruktion fernhält, eine winddichte Ebene außen und sorgfältig ausgeführte Anschlüsse an Traufe, First, Ortgang und Dachfenster.

Für welche Gebäude lohnt sich eine Dachschrägendämmung?

Typische Objekte sind Einfamilienhäuser mit Dachausbau und Dachgeschoßwohnungen in Mehrfamilienhäusern. Die Aufsparrendämmung ist dann wirtschaftlich, wenn ohnehin eine Neueindeckung des Daches ansteht, weil die Eindeckungskosten in jedem Fall anfallen. Die Zwischensparrendämmung von innen ist die günstigere Wahl, wenn das Dach dicht ist und die Innenverkleidung erneuert werden kann. Voraussetzung ist ein bauphysikalisch geprüfter Aufbau, insbesondere bei nicht hinterlüfteten Konstruktionen. Ist der Dachboden dagegen unbeheizt, ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke die einfachere und günstigere Maßnahme.

Was bringt eine Dachschrägendämmung konkret?

Die Heizenergieeinsparung liegt bei 15 bis 30 %. Für eine Dachfläche von 140 m² ergeben sich rund 15.000 kWh Erdgas pro Jahr, entsprechend etwa 3,0 t CO2. Die Aufsparrendämmung mit Neueindeckung kostet 180 bis 280 €/m², die Zwischensparrendämmung von innen 80 bis 150 €/m². Die Amortisation liegt bei 12 bis 25 Jahren bei 40 Jahren Nutzungsdauer. Ein weiterer Vorteil ist der sommerliche Hitzeschutz: Dämmstoffe mit hoher Rohdichte wie Holzfaser verzögern das Aufheizen der Dachräume deutlich.

Energieträger

Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme, Strom → Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme, Strom

Einsparpotenzial

15-30 %

Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoß hat 140 m² ungedämmte Dachschräge mit einem U-Wert von 1,5 W/(m²·K). Da die Eindeckung ohnehin erneuert werden muss, wird eine Aufsparrendämmung mit 24 cm Dämmstoff aufgebracht, mit der der U-Wert auf 0,15 W/(m²·K) sinkt. Das Haus wird mit einem Gaskessel mit 90 % Wirkungsgrad beheizt, der Standort hat 3.500 Heizgradtage. Die Einsparung berechnet sich aus Fläche, U-Wert-Differenz, Heizgradtagen und Wirkungsgrad, multipliziert mit dem Korrekturfaktor 0,85: 140 × 1,35 × 3.500 × 0,024 / 0,90 × 0,85 = 14.994 kWh/a. Das Gebäude spart damit rund 15.000 kWh Erdgas pro Jahr und etwa 3,0 t CO2. Zusätzlich verbessert sich der sommerliche Wärmeschutz im Dachgeschoß spürbar.

Investition & Amortisation

Aufsparren mit Neueindeckung: 180-280 €/m²; Zwischensparren von innen: 80-150 €/m² · Nutzungsdauer: 40 a · Amortisation: 12-25 a

Anwendbarkeit

Voraussetzungen

Typische Objekte

Häufige Fragen

Was kostet eine Dachdämmung pro Quadratmeter?

Eine Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung kostet 180 bis 280 €/m² Dachfläche, eine Zwischensparrendämmung von innen 80 bis 150 €/m² inklusive Dampfbremse und Innenverkleidung. Für 140 m² Dachfläche ergeben sich damit 25.000 bis 39.000 € beziehungsweise 11.000 bis 21.000 €. Die Aufsparrendämmung ist nur dann wirtschaftlich, wenn die Eindeckung ohnehin erneuert werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen Aufsparrendämmung und Zwischensparrendämmung?

Die Aufsparrendämmung liegt als geschlossene Platte oberhalb der Sparren unter der Eindeckung und ist praktisch wärmebrückenfrei; sie erfordert eine Neueindeckung und ist teurer. Die Zwischensparrendämmung wird von innen zwischen die Sparren eingebracht; die Holzsparren unterbrechen die Dämmebene und bilden lineare Wärmebrücken, weshalb oft eine Untersparrendämmung ergänzt wird. Sie ist günstiger und ohne Eingriff ins Dach umsetzbar.

Braucht die Dachdämmung eine Dampfsperre?

Ja, eine raumseitige Dampfsperre oder Dampfbremse ist bei der Dachschrägendämmung unverzichtbar. Sie verhindert, dass warme, feuchte Raumluft in die Dämmung eindringt und dort an der kalten Außenseite kondensiert, was zu Schimmel und Fäulnis an den Sparren führen würde. Alle Stöße und Anschlüsse an Wände, Dachfenster und Durchdringungen müssen luftdicht verklebt werden. Feuchtevariable Dampfbremsen erlauben ein Rücktrocknen im Sommer.

Wie dick muss die Dachdämmung sein?

Empfohlen werden 20 bis 30 cm Dämmstoff, um einen U-Wert von 0,12 bis 0,18 W/(m²·K) zu erreichen. Mit 24 cm Dämmung ergibt sich typischerweise 0,15 W/(m²·K). Die OIB-Richtlinie 6 verlangt in Österreich bei Sanierung höchstens 0,20 W/(m²·K). Bei Zwischensparrendämmung ist die Sparrenhöhe meist auf 14 bis 18 cm begrenzt; dann wird die fehlende Stärke als Untersparrendämmung ergänzt.

Hilft eine Dachdämmung auch gegen Hitze im Sommer?

Ja, eine Dachschrägendämmung reduziert auch den sommerlichen Wärmeeintrag deutlich. Entscheidend ist neben der Dämmstärke die Rohdichte des Dämmstoffs: Holzfaser oder Zellulose mit hoher Wärmespeicherkapazität verzögern das Durchheizen des Aufbaus um mehrere Stunden, sodass die Hitzespitze erst in den kühleren Abend fällt. Mineralwolle dämmt im Winter gleich gut, bietet aber weniger Phasenverschiebung im Sommer.

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Normen & Quellen

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