Dämmung oberste Geschossdecke / Dachboden

Aufbringen einer Dämmschicht auf die oberste Geschoßdecke (bei unbeheiztem Dachboden) - einfachste und wirtschaftlichste Dämmmaßnahme.

Wie funktioniert die Dämmung der obersten Geschoßdecke?

Wenn der Dachboden unbeheizt und ungenutzt ist, bildet nicht das Dach, sondern die oberste Geschoßdecke die thermische Grenze des Gebäudes. Statt der aufwendigen Dachschräge wird deshalb die Decke gedämmt: Auf die Bestandsdecke werden 24 bis 30 cm Mineralwolle, Zellulose oder Holzfaser aufgelegt, eingeblasen oder als Platten verlegt. Damit erreicht der Bauteil einen U-Wert von 0,15 W/(m²·K) oder besser, gegenüber 0,8 bis 2,5 W/(m²·K) im ungedämmten Zustand. Bei Holzbalkendecken ist eine Dampfbremse auf der warmen Seite sinnvoll, damit Raumfeuchte nicht in die Dämmung gelangt. Soll der Dachboden weiterhin begehbar bleiben, wird die Dämmung mit druckfesten Platten oder Laufstegen abgedeckt. Die Dachbodenluke ist als Teil der Dämmebene ebenfalls zu dämmen und abzudichten, sonst bleibt eine erhebliche Wärmebrücke.

Für welche Gebäude lohnt sich die Dämmung der obersten Geschoßdecke?

Die Maßnahme eignet sich für alle Gebäude mit unbeheiztem Dachraum und tragfähiger Bestandsdecke: Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser mit Spitzboden, Kirchen und öffentliche Gebäude. Sie ist eine der schnellsten und günstigsten Dämmmaßnahmen überhaupt, weil kein Gerüst nötig ist und die Arbeiten den Betrieb im Gebäude kaum stören. Nicht geeignet ist sie, wenn das Dachgeschoß ausgebaut und beheizt ist; dann ist die Dachschrägendämmung die richtige Maßnahme. Wer den Dachboden später ausbauen will, sollte gleich die Dachschräge dämmen, statt die Deckendämmung später wieder zu entfernen.

Was bringt die Dämmung der obersten Geschoßdecke konkret?

Bezogen auf den Gesamtheizwärmebedarf des Gebäudes liegt die Einsparung bei 10 bis 20 %. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Deckenfläche ergibt sich eine Einsparung von rund 14.000 kWh Erdgas pro Jahr, entsprechend etwa 2,8 t CO2. Die Kosten liegen bei 25 bis 60 €/m² für lose Schüttung oder Einblasdämmung und 80 bis 120 €/m² für eine begehbare Ausführung. Mit einer Amortisationszeit von 5 bis 10 Jahren bei 40 Jahren Nutzungsdauer zählt die Maßnahme zu den wirtschaftlichsten Eingriffen an der Gebäudehülle und ist ein typischer erster Schritt einer stufenweisen Sanierung.

Energieträger

Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme, Strom → Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme, Strom

Einsparpotenzial

10-20 % Gesamtgebäude

Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit 120 m² Grundfläche hat einen unbeheizten Dachboden, der nur als Abstellraum dient. Die oberste Geschoßdecke von 120 m² ist ungedämmt und hat einen U-Wert von 1,6 W/(m²·K). Beheizt wird das Haus mit einem Gaskessel mit 90 % Wirkungsgrad, der Standort weist 3.500 Heizgradtage auf. Mit 25 cm Dämmung sinkt der U-Wert auf 0,14 W/(m²·K). Die Einsparung ergibt sich aus 120 × (1,6 − 0,14) × 3.500 × 0,024 / 0,90 × 0,85 = 13.913 kWh/a; der Faktor 0,85 berücksichtigt Wärmebrücken und reales Nutzerverhalten. Das Haus spart damit rund 14.000 kWh Erdgas pro Jahr und etwa 2,8 t CO2. Bei Kosten von einigen tausend Euro für eine lose Schüttung liegt die Amortisation oft unter 10 Jahren.

Investition & Amortisation

25-60 €/m² (lose Schüttung) bis 80-120 €/m² (begehbar) · Nutzungsdauer: 40 a · Amortisation: 5-10 a

Anwendbarkeit

Voraussetzungen

Ausschlusskriterien

Typische Objekte

Häufige Fragen

Was kostet die Dämmung der obersten Geschoßdecke?

Die Dämmung der obersten Geschoßdecke kostet 25 bis 60 €/m² als lose Schüttung oder Einblasdämmung und 80 bis 120 €/m² in begehbarer Ausführung mit druckfesten Platten oder OSB-Belag. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Deckenfläche ergeben sich damit etwa 3.000 bis 14.000 €. Da kein Gerüst erforderlich ist und die Arbeiten meist in ein bis zwei Tagen abgeschlossen sind, ist der Aufwand gering.

Wie dick muss die Dämmung auf der obersten Geschoßdecke sein?

Empfohlen werden 24 bis 30 cm Dämmstoff, um einen U-Wert von 0,15 W/(m²·K) oder besser zu erreichen. Mit 25 cm Mineralwolle, Zellulose oder Holzfaser ergibt sich typischerweise 0,14 W/(m²·K). Weil auf einer ebenen Decke Platz selten limitiert ist, sind hohe Dämmstärken günstig umsetzbar. Die Mehrkosten pro zusätzlichem Zentimeter sind gering, der energetische Zusatznutzen oberhalb von 30 cm allerdings auch.

Gibt es in Österreich eine Pflicht, die oberste Geschoßdecke zu dämmen?

In Österreich gibt es keine generelle Nachrüstpflicht für die oberste Geschoßdecke; die Anforderungen der OIB-Richtlinie 6 gelten bei Sanierung des Bauteils. In Deutschland verlangt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) dagegen, dass zugängliche oberste Geschoßdecken über beheizten Räumen einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K) einhalten. Unabhängig von der Rechtslage ist die Maßnahme wegen ihrer kurzen Amortisation von 5 bis 10 Jahren fast immer empfehlenswert.

Kann man den Dachboden nach der Dämmung noch begehen?

Ja, wenn die Dämmung begehbar ausgeführt wird. Dazu werden druckfeste Dämmplatten verlegt oder eine Unterkonstruktion mit OSB- oder Holzfaserplatten über der Dämmung aufgebaut. Alternativ genügen Laufstege zu Kamin und Dachluke. Eine lose Schüttung oder Einblasdämmung ohne Abdeckung ist nicht begehbar und nur für ungenutzte Dachräume geeignet. Die begehbare Variante kostet etwa das Doppelte der einfachen Ausführung.

Was ist der Unterschied zwischen Dämmung der obersten Geschoßdecke und Dachdämmung?

Die Dämmung der obersten Geschoßdecke legt die Dämmebene auf den Boden des Dachraums; der Dachboden bleibt kalt und unbeheizt. Die Dachdämmung legt sie in oder auf die Dachschräge, sodass der Dachraum Teil des beheizten Volumens wird. Die Deckendämmung ist deutlich günstiger und einfacher, weil weniger Fläche gedämmt wird und keine komplexen Anschlüsse an Traufe, First und Dachfenster anfallen. Beides zugleich ist nicht sinnvoll.

Verwandte Maßnahmen

Normen & Quellen

Messpunkte in der EDM Toolbox

Ein Innen-Außen-Temperatursensor Set + Heizenergiezähler + HGT-Korrektur ermöglicht witterungsbereinigtes Monitoring der Maßnahme.

Alle Maßnahmen