Kellerdeckendämmung (von unten)
Unterseitige Dämmung der Decke über unbeheiztem Keller - schnelle, kostengünstige Maßnahme mit Komfortgewinn (warme Fußböden im EG).
Wie funktioniert eine Kellerdeckendämmung?
Die Decke über einem unbeheizten Keller trennt den warmen Wohn- oder Bürobereich vom kalten Untergeschoß. Bei der Kellerdeckendämmung werden Dämmplatten von unten an diese Decke geklebt oder gedübelt, sodass die Wärme aus dem Erdgeschoß nicht mehr in den Keller abfließt. Übliche Dämmstärken liegen bei 8 bis 14 cm, verwendet werden Mineralwolle der Wärmeleitgruppe 035 bis 040 oder XPS-Hartschaum. Damit sinkt der U-Wert der Decke von 1,2 bis 1,8 auf etwa 0,25 W/(m²·K). Da die Temperaturdifferenz zwischen Erdgeschoß und Keller mit rund 10 K nur etwa halb so groß ist wie zur Außenluft, fällt die Einsparung je Quadratmeter geringer aus als bei Fassade oder Dach; dafür ist der Eingriff einfach, sauber und in der Regel in ein bis zwei Tagen erledigt. Ein spürbarer Nebeneffekt sind wärmere Fußböden im Erdgeschoß.
Für welche Gebäude lohnt sich eine Kellerdeckendämmung?
Geeignet sind Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage und Bürogebäude mit unbeheiztem Keller, ausreichender Raumhöhe und trockenem Untergrund. Bei niedrigen Kellerräumen begrenzt die verbleibende Durchgangshöhe die Dämmstärke; hier helfen leistungsfähigere Dämmstoffe oder eine geringere Stärke. Rohre, Leitungen und Unterzüge an der Deckenunterseite müssen umdämmt oder verlegt werden. Ist der Keller selbst beheizt oder als Aufenthaltsraum genutzt, ist die Kellerdeckendämmung nicht sinnvoll; dann kommt eine Perimeterdämmung der Kellerwände in Frage.
Was bringt eine Kellerdeckendämmung konkret?
Die Einsparung liegt bei 5 bis 12 % des Heizenergiebedarfs. Für ein Gebäude mit 120 m² Kellerdecke ergeben sich rund 6.000 kWh Erdgas pro Jahr, entsprechend etwa 1,2 t CO2. Die Kosten liegen bei 35 bis 70 €/m², die Amortisationszeit bei 8 bis 15 Jahren bei einer Nutzungsdauer von 40 Jahren. Zusammen mit der Dämmung der obersten Geschoßdecke gehört die Kellerdeckendämmung zu den klassischen Quick-Wins einer stufenweisen Sanierung, die ohne Gerüst und ohne Eingriff in die Fassade umsetzbar sind.
Energieträger
Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme, Strom → Erdgas, Heizöl, Pellet, Fernwärme, Strom
Einsparpotenzial
5-12 %
Rechenbeispiel
Ein Wohnhaus mit 120 m² Kellerdecke über einem unbeheizten Keller soll mit geringem Aufwand energetisch verbessert werden. Die ungedämmte Betondecke hat einen U-Wert von 1,5 W/(m²·K); die Gasheizung arbeitet mit 90 % Wirkungsgrad, der Standort hat 3.500 Heizgradtage. Nach dem Aufkleben von 12 cm Dämmplatten liegt der U-Wert bei 0,25 W/(m²·K). Weil der Keller mit rund 10 K Temperaturdifferenz nur etwa halb so kalt ist wie die Außenluft, wird zusätzlich zum Korrekturfaktor 0,85 ein Temperaturdifferenzfaktor von 0,5 angesetzt. Die Rechnung lautet: 120 × (1,5 − 0,25) × 3.500 × 0,024 / 0,90 × 0,85 × 0,5 = 5.950 kWh/a. Das Gebäude spart rund 6.000 kWh Erdgas pro Jahr und etwa 1,2 t CO2, bei Kosten von etwa 4.200 bis 8.400 €.
Investition & Amortisation
35-70 €/m² · Nutzungsdauer: 40 a · Amortisation: 8-15 a
Anwendbarkeit
Voraussetzungen
- Ausreichende Raumhöhe im Keller
- Trockene Untergrund
Ausschlusskriterien
- Beheizter Keller (Nutzung)
Typische Objekte
- EFH
- MFH mit Tiefgarage
- Bürogebäude
Häufige Fragen
Was kostet eine Kellerdeckendämmung pro Quadratmeter?
Eine Kellerdeckendämmung kostet 35 bis 70 €/m² inklusive Material und Montage durch einen Fachbetrieb. Für 120 m² Kellerdecke sind das etwa 4.200 bis 8.400 €. Mineralwolleplatten sind günstiger als XPS-Hartschaum, dafür ist XPS unempfindlicher gegen Feuchte. Zusätzliche Kosten entstehen, wenn Leitungen und Rohre unter der Decke verlegt oder Unterzüge separat umdämmt werden müssen.
Wie dick sollte die Kellerdeckendämmung sein?
Empfohlen werden 8 bis 14 cm Dämmstoff der Wärmeleitgruppe 035 bis 040. Mit 12 cm erreicht eine typische Betondecke einen U-Wert von etwa 0,25 W/(m²·K), was den Anforderungen der OIB-Richtlinie 6 bei Sanierung entspricht. Bei geringer Kellerhöhe kann eine dünnere Dämmung mit besserer Wärmeleitfähigkeit sinnvoll sein, damit die Durchgangshöhe erhalten bleibt. Unter 6 cm sinkt der Nutzen jedoch spürbar.
Lohnt sich eine Kellerdeckendämmung bei einem Altbau?
Ja, gerade im Altbau mit ungedämmter Kellerdecke ist die Maßnahme wirtschaftlich. Die Einsparung liegt bei 5 bis 12 % der Heizenergie, die Amortisationszeit bei 8 bis 15 Jahren bei einer Nutzungsdauer von 40 Jahren. Hinzu kommt der Komfortgewinn durch wärmere Fußböden im Erdgeschoß. Voraussetzung ist ein trockener Keller; bei feuchtem Mauerwerk sollte zuerst die Ursache saniert werden, bevor gedämmt wird.
Kann man die Kellerdecke selbst dämmen?
Grundsätzlich ja, das Aufkleben von Dämmplatten an eine ebene Betondecke ist mit handwerklichem Geschick in Eigenleistung machbar. Kritisch sind die Details: Rohre und Kabeltrassen müssen umdämmt, Unterzüge und Wandanschlüsse lückenlos gedämmt werden, sonst entstehen Wärmebrücken. Bei Gewölbedecken, Holzbalkendecken oder Feuchteproblemen ist ein Fachbetrieb empfehlenswert. Förderstellen verlangen in der Regel eine Ausführung durch ein befugtes Unternehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Kellerdeckendämmung und Perimeterdämmung?
Die Kellerdeckendämmung dämmt die Decke zwischen unbeheiztem Keller und beheiztem Erdgeschoß von unten; der Keller bleibt kalt. Die Perimeterdämmung dämmt dagegen die erdberührten Kellerwände von außen und holt den Keller in die beheizte Hülle. Perimeterdämmung ist deutlich aufwendiger, weil Aushub und Abdichtung nötig sind, und lohnt sich vor allem bei beheiztem Keller oder ohnehin anstehender Drainagesanierung.
Verwandte Maßnahmen
- Fassadendämmung (WDVS oder vorgehängte hinterlüftete Fassade)
- Dämmung oberste Geschossdecke / Dachboden
Normen & Quellen
- ÖNORM B 8110-1
Messpunkte in der EDM Toolbox
Bodentemperatur EG vs. Kellertemperatur sind interessante Monitoring-Werte. Mit witterungsbereinigtem Heizenergie-Vergleich gut messbar.